Narren Gottes
Shownotes
„Faschingszeit ist Narrenzeit“ – eine Zeit, in der sich Menschen verkleiden, bewusst in andere Rollen schlüpfen und als fröhliche, bunte, laute Narren aus der Reihe tanzen und Grenzen spielerisch verschieben. Doch daneben gibt es eine andere Art von Narrheit. Eine, die nicht nur ein paar Wochen dauert, sondern ein ganzes Leben prägt. Menschen, die – wie Franz von Assisi – scheinbar Verrücktes tun, nicht aus Spaß, sondern aus tiefem Vertrauen.
Sr. Ida von den Franziskanerinnen von Vöcklabruck erzählt, warum ihr Ordensgründer Franz von Assisi als Narr Gottes bezeichnet wird und wie seine Lebensweise – getragen von Armut, Nächstenliebe, Verantwortung für die Schöpfung und einer besonderen Leichtigkeit – in ihrer Gemeinschaft heute gelebt wird. Sie erklärt auch, weshalb sie es positiv sieht, dass ihre Entscheidung, in einen Orden einzutreten, von manchen als verrückt bezeichnet wurde: „Für mich gibt es mehrere Dimensionen von Verrücktsein – das positive Verrücktsein, in das Franziskus fällt, aber natürlich auch jene Form, die verletzt, Menschenrechte missachtet und gefährlich ist, und die Dimension, sich in seinem Weltbild ab und zu ver-rücken zu lassen, die Perspektive anderer kennenzulernen, um empathisch zu bleiben.“
Mit Kabarettist Günther Lainer sprechen wir darüber, ob er sich in seiner Berufung als eine Art moderner Hofnarr sieht, über die Rolle gefährlicher Narren, warum er gemeinsam mit seinem Kollegen Ernst Aigner auch Programme zu Religion und Kirche gestaltet, ob er sich selbst als Narr Gottes bezeichnen würde – und weshalb er Humor sogar als modernes Sakrament einführen würde: „In den wichtigsten Momenten im Leben passiert ein Sakrament: die Taufe zu Beginn, dann die Firmung, Ehe, Krankensalbung. Ein Sakrament ist eine Stärkung, und auch der Humor hat Kraft und stärkt. Er kann dich ablenken, damit du nicht alles so ernst nimmst, damit du dich nicht selbst narrisch machst.“