Hier hört ein Mensch
Shownotes
Vor 150 Jahren machte Graham Bell seinen ersten Telefonanruf. Vor 60 Jahren nahm die Telefonseelsorge in Österreich ihren ersten Anruf entgegen. In dieser Folge sprechen wir mit Herbert Rössler, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Telefonseelsorge, darüber, warum das Telefon in einer Welt voller vielfältiger Kommunikationsmöglichkeiten auch heute noch zum Lebensfaden werden kann.
Herbert Rössler erklärt, warum Seelsorge am Telefon so gut funktioniert und welche Rolle Anonymität, Vertrauen, Nähe, Sprache und Stimme dabei spielen. Er erzählt außerdem von seiner eigenen ersten Erinnerung an das Telefon, von bewegenden Gesprächen, was es braucht, um mit der Belastung gut umzugehen, warum wir in einer Welt voller Möglichkeiten trotzdem immer weniger wirklich miteinander kommunizieren und warum die Telefonseelsorge mit Chat- und Mail-Angeboten zwar neue Kommunikationsformen aufgreift, diese das Telefon aber nur ergänzen und niemals ersetzen können: „Man braucht ein Quäntchen mehr Selbstvertrauen, wenn man anruft, aber man hat dafür den Vorteil, dass man nicht nur den Text eines Menschen bekommt, sondern auch seine Stimme. Viele sind es gewohnt – aus der Kindheit vor allem –, dass wir, wenn es uns schlecht geht, eine vertraute Stimme hören. Und ich glaube, dass das beim Telefon ein großer Vorteil, eine große Chance ist, sich in einer Krisensituation zu begegnen.“